kultur

wer isst was wann wo mit wem warum?

Mitarbeiter von eßkultur Berlin

Ulrike - achtundsiebzigmal

Im deutschen Adel fing es an, zu Beginn des 18. Jahrhunderts, das Kinderkränzchen zum Geburtstag: Mit Kuchen und Kerzen, man begann ein neues Lebensjahr zu feiern. Später übernahm das Bürgertum, und heute kommt es in allen fröhlichen Familien vor, dass Geburtstagskuchen mit Zahlen kombiniert werden. Alles klar, jeder weiß jetzt: ab heute bist du ein Jahr älter!

Ulrikes Großvater war Konditormeister, ihr Vater wurde dann leider Ingenieur, darum hat Ulrike nur sehr selten einen Geburtstagskuchen bekommen. Wenn es mal einen gab, dann war es eine mehrstöckiges Meisterwerk, mit Füllungen und Verzierungen, Sahne, Marzipanmantel und reichlich Schnödeldödel. Aber das war vielleicht fünf mal der Fall. Jetzt hat Ulrike fünf Kinder, 23, 21, 15, 12, 6 Jahre alt. Jedes Kind bekommt jedes Jahr einen Geburtstagskuchen, jedes Kind jedes Jahr denselben: Marmorkuchen mit Schokoguss und bunten Streuseln, und dazu noch einen Hefezopf in Form einer Zahl: Bis heute (also 2015) hat Ulrike beide Kuchen je 78 Mal gebacken.