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wer isst was wann mit wem warum?

Mitarbeiter von eßkultur Berlin

Nina - Internationale Kuchenexpertin

Ja, Geburtstagskuchen gab es zuhause, natürlich! Es war eigentlich eine Torte, Bisquittteig mit Buttercreme, schön mit Buttercremeröschen verziert, ein bisschen kitschig aber im Grunde schlicht.
Nina kennt sich aus beim Backen, sie macht es hauptberuflich, sie weiß, wie sich der Teig anfühlen muss, damit ein guter Kuchen daraus wird, egal ob zwischen den Fingern beim Kneten oder beim Mixen. Sie sieht, wie der Teig in die Backform fließt, und weiß wie die Krume wird. Sie bäckt die Kuchen der Welt, deutschen Apfelkuchen, russischen Zupfkuchen, brasilianischen Bananenkuchen, japanischen Grüner-Tee-Kuchen.

Immer wieder sucht sie neue Rezepte, seit ein paar Jahren auch im Internet. Und hier entdeckte sie vor etwa vier Jahren mit einem Mal: Kysyl-Kum! Roter Sand! Der Kuchenteig wird mit etwas Tomatenmark rot gefärbt, und auf dem Kuchen werden oben Krümel verteilt.

Der Kuchen heißt so wie die Sandwüste, an die er erinnern soll. Zwischen Usbekistan und Kasachstan. Vor 60 Millionen Jahren verwandelte sich hier am Fuß der großen Gebirge Himalaya, Tianhan und Pamir das Meer in Bimsstein: roter Stein und Sand. Eine unbeschreiblich schöne Landschaft, sagt Nina. Hier hat sie gewohnt, vor vielen Jahren. Sie ist glücklich in Berlin, schon lange Zeit. Aber zum Geburtstag oder wenn es was zu feiern gibt, dann bäckt Nina seit vier Jahren Kysyl-Kum. Sie sagt, sie hat diesen Kuchen "in Ihr Herz genommen". Wenn sie ihn bäckt und über die rosa Krumeln aud dem rötlichen Sandteig schaut, dann werden ihre Erinnerungen wach. Es ist ein ganz besonderer Kuchen.