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wer isst was wann wo mit wem warum?

Mitarbeiter von eßkultur Berlin

Isabelle - Merci, Monsieur Proust

aus Frankreich, bei eßkultur seit 2005

Dass Isabelle bei eßkultur arbeitet, haben zwei Menschen in die Wege geleitet: Die Köchin am Hofe des Herzogs von Lothringen, mit Namen Madeleine, Erfinderin des gleichnamigen Sandgebäcks in Form einer Jakobsmuschel. Und der französische Schriftsteller Marcel Proust.

"Sie ließ darauf eines jener dicken ovalen Sandtörtchen holen, die man 'Madeleine' nennt und die aussehen, als habe man als Form dafür die gefächerte Schale einer St.-Jakobs-Muschel benutzt. Gleich darauf führte ich, bedrückt durch den trüben Tag und die Aussicht auf den traurigen folgenden, einen Löffel Tee mit dem aufgeweichten kleinen Stück Madeleine darin an die Lippen. In der Sekunde nun, als dieser mit dem Kuchengeschmack gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen... Woher strömte diese mächtige Freude mir zu?" So beginnt das siebenbändige Werk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit".

Als Isabelle zum Vorstellungsgespräch kam, hatte sie Madeleines gebacken und das schönste Madeleines-Zitat mitgebracht. Das ließ die Arbeitgeberin zusammenzucken. So begann eine lange Zusammenarbeit.

Madeleines gab es zu Isabelles Geburtstag nicht. Zu Isabelles Geburtstag gab es jedes Jahr einen anderen Kuchen, manchmal mit Schokolade, den mochte Isabelle gerne und ihre Freundinnen auch. Manchmal eine Art Linzer Torte. Und manchmal, wenn die Familie zum Winterurlaub in Deutschland war (das passierte häufiger zur Faschingszeit) dann bekam Isabelle eine Schwarzwälder Kirschtorte. Das war dann etwas ganz Besonderes.

Isabelle liebt bis heute leckere Kuchen, das sieht man, wenn man sie im KAFFEE! trifft. Jedes süße Stück wird liebevoll und akkurat auf den Teller plaziert, es gibt keine Tasse Kaffee, die Isabelle zubereitet hat, die man verpasst haben sollte. In ihrem mit so viel Aufmerksamkeit geführten KAFFEE! lässt sie die Gäste gern besondere Momente erleben.

Liebe Madeleine, Hofköchin des Herzogs von Lothingen, lieber Marcel Proust, vielen, vielen Dank, dass ihr die Sache mit Isabelle so schön für eßkultur angerührt habt!