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wer isst was wann wo mit wem warum?

Rhabarber

 

GEMÜSERÄTSEL I MAI 20

Vielen Dank für Ihre Antworten. Auch diesen Monat haben wir keine Zeit zum Rätsel Schreiben, aber wir werden das im Juni nachholen. Mit J, versprochen.

 

GEMÜSERÄTSEL I APRIL 20

J ist ein wirklich schwerer Buchstabe. Nennen Sie uns ein Gemüse mit J und wir werden dann bei Gelegenheit ein Rätsel dazu schreiben. Wer mitmacht, kann eine selbstgenähte Mund-Nasen-Maske gewinnen.

 

GEMÜSERÄTSEL I MÄRZ 20

Es ist nicht Igbagba, obwohl man die Blätter roh oder gekocht als Gemüse essen kann. Aber Igbagba kennt hier ja kaum jemand. Und außerdem soll das Gemüse des Monats ja saisonal und regional sein. Inkagurken sind es darum auch nicht. Diese erfreuen sich hier wachsender Beliebtheit, werden aber im Juni geerntet und lassen sich nicht bis März frisch halten. Schmecken sollen sie allerdings ganz lecker. Unser saisonales und regionales Gemüse mit i wird von den meisten Menschen komplett unterschätzt, und das ist traurig und gemein. Es ist zum Heulen. Unser Märzgemüse gehört zu den ältesten Gemüsearten, es ist vielseitig wie kein anderes. Es war Zahlungsmittel und spielt in der Architektur Ägyptens und Süddeutschlands eine entscheidende Rolle. In der Küche allerdings spielt es meistens eine Nebenrolle. Es hat seinen festen Platz in der Medizin und soll gegen böse Geister helfen; okay, das ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Im Mittelalter gab es ja noch andere geisteswissenschaftliche Ideen, die sich später als kompletter Unsinn herausgestellt haben. Falsch ist übrigens auch, dass unser Märzgemüse mit i anfängt, aber es hat ein i, ein kleines halt. Das es im März hier eine Hauptrolle beim Mittagessen einnimmt ist versprochen!

Diesen Monat können Sie einen Gutschein für Kaffee und Kuchen für sich und eine Begleitperson in unserem schönen KAFFEE! in Dahlem gewinnen. Schicken Sie uns einfach eine Email mit Ihrer Lösung an info@esskultur-berlin.de.

 

Auflösung: Zwiebel

 

GEMÜSERÄTSEL I FEBRUAR 20

Im Freundeskreis hörte ich in den letzten Wochen häufig euphorische Ausrufe:" Ich liebe H.!!... es handelt sich bei H. weder um Hans noch um Helga, sondern um unser Gemüse des Monats Februar. Wenn man im Internet nach H. sucht, stößt man sofort auf seine Dichte. Wie oft denkt man bei Obst und Gemüse über seine Dichte nach? Ich habe das noch nie gemacht, deswegen ist es jetzt mal an der Zeit! Getrocknete Äpfel haben eine Dichte von ca. 380kg/m³, in Scheiben geschnitten dagegen 760kg/m³. Mit anderen Worten geht es bei der Dichte darum herauszufinden, wie viel Saft worin steckt. Bei ausgetrocknetem Obst und Gemüse ist halt nocht soo viel Saft drin. H. hat irgendwas um 732kg/m ³. Aber jetzt nicht gleich wieder googeln! Unser Gemüse des Monats Februar wächst in der Regel nicht mehr im Februar, aber es hat gute Lagerfähigkeiten und wird darum gern als frisches Gemüse im Februar gegessen, zunehmend gern. Hier wird es erst seit den 90er Jahren angebaut. Das Gemüse trägt den Namen einer Insel.

 

Auflösung: Hokkaido

 

GEMÜSERÄTSEL I JANUAR 20

G. ist Kind einer bedeutenden Familie. Ihrer Cousine mütterlicherseits ist die Begründerin einer wichtigen Industrie, die, nebenbei bemerkt, nicht unumstritten ist. Ihre mittlere Schwester bekommt viel, viel, viel mehr Aufmerksamkeit. Sie ist umtriebiger, ist immer und überall. Ich habe sie in Brasilen getroffen, in Südkorea und in Nordafrika; da allerdings kommt sie her. Die Römer haben ihre gesamte Familie übers Mittelmeer geschleppt. Die Küche Osteuropas ist ohne die Familie nicht vorstellbar. G. und ihre Schwester W. fristen neben ihrer tollen Superstarschwester ein Schattendasein. G. wird manchmal mit dem Namen des beliebtesten Edelmetalls der Welt belegt. Und es ist immer die alphabetisch mittlere Schwester, die alle kennen, die von allen Menschen entweder geliebt ober verachtet und nie gleichgültig wahrgenommen wird. Die "Prominente" hält für Sprichworte her und wird von Dichtern beschrieben: Sie sei "der Urahn des Herbstmondes" oder auch "die Drachenschnur, die einst den Mond mit der Erde verband". Bisschen schwülstig für ein Gemüse. So etwas würde niemand über G. Schreiben. Ernährungsphysiologisch betrachtet sind die drei Schwestern kaum zu unterscheiden und bei einer Blindverkostung gäbe es einige Verwechslungen. Wir suchen G.

 

Auflösung: Gelbe Bete

 

GEMÜSERÄTSEL I DEZEMBER 19

Das Rätsel ist ein Kinderspiel. Botanisch gesehen gehört unser Dezembergemüse zur Familie der B.-gewächse. Ich schreibe hier bewusst nicht, was B. bedeuted, sonst googeln alle gleich wieder und schon haben wir den Salat, denn: alle wollen gewinnen. Ein Gewinn ist unser Gemüse allemal, denn, mal ehrlich: wieviel Gemüse mit F. wachsen schon freiwillig bei winterlichen Temperaturen. Frisches Gemüse aus dem Garten im Dezember, wow. Übrigens wächst es sehr häufig in Rheinland-Pfalz.

Wie alle Gemüse hat auch F. viele unterschiedliche Name, die regional genutz werden. Mein persönlicher Lieblingsname beginnt mit M und endet mit n, nimmt Bezug auf die schöne Form des Eisenlieferanten. Eigentlich ist damit schon genug verraten, und wem all diese Andeutungen noch nicht ausreichen,  hier noch ein ganz haariger Tipp: 

Die Gebrüder Grimm haben unser Dezembergemüse verewigt. Wirklich: jedes Kind kennt es. 

 

Auflösung Dezember: Feldsalat

 

GEMÜSERÄTSEL I NOVEMBER 19

Aus gegebenem Anlass ist das Gemüserätsel im November recht kurz. Wir suchen ein Gemüse mit „E“, es ist goldgelb und duftet manchmal nach Aprikose. Es schmeckt uns und wächst um uns herum, im November. Ein Tipp: Es ist nicht die gelbe Erbse.

 

Auflösung: Eierschwammerl

 

 

GEMÜSERÄTSEL | OKTOBER 19

In Deutschland löst Gerhard Schröder Helmut Kohl ab, die Rechtschreibreform wird eingeführt, die Franzosen werden Fußball-Weltmeister, die Welt interessiert sich für die Lewinsky-Affäre. Es ist ihr Jahr, das Jahr unseres Oktober-Gemüses. Vielleicht gab es sie bei der einen oder anderen Siegesfeier in Frankreich zu essen, wirklich beliebt ist sie allerdings nicht. Und bei der Lewinsky-Affäre in Amerika spielte sie definitiv keine Rolle. Man sollte ihr mehr Respekt zollen, bereits vor 6000 Jahren wurde sie angebaut, und sie war lange Zeit Grundnahrungsmittel in Europa. Heute hat sie nur wenige Freunde: In Westfalen kenne ich jemanden, und in Apulien. Franzosen kenne ich persönlich nicht so viele, aber ich weiß, dass sie in Frankreich auch noch ein paar Freunde hat, und in Griechenland.Eine Imagekampagne könnte ihr helfen, vielleicht könnten wir ihr gemeinsam einen neuen Namen geben, etwas durch und durch Positives, in der Art von Superfood. Irgendeinen Namen, der aber mit D anfangen muss, weil wir ja im Oktober ein Gemüse mit D suchen... Einen Namen, der Gesundheit und Stärke, Schönheit und Vitalität verspricht. Mit all ihren derzeitigen Namen jedenfalls wird sie nur von Menschen mit Humor geschätzt.

         

Auflösung Oktober:

Gesucht war die dicke Bohne, auch Saubohne oder Puffbohne genannt. Die Lewinsky-Affäre hat mit ihr nichts zu tun, weil die   dicke Bohne bis heute in den USA unbekannt ist. Ihre vielen Namen finden wir ungerecht und plädieren für eine Umbenennung.

 

GEMÜSERÄTSEL | SEPTEMBER 19

Na, schon mal Hofpasteren-Eintopf gegessen, oder Tugendblemesalat?
Ich möchte wetten: ja. Denn beide sind Klassiker auf dem deutschen Mittagstisch. Übrigens: Für den Salat gibt es sehr unterschiedliche Rezepte. C. hat viele Namen, im deutschen Sprachraum ungefähr 50 Trivialnamen, die regional verwendet werden oder wurden. Blutströpflin zum Beispiel, Schatthuatbengel oder Kattenklawe, alles dasselbe Gemüse. Seit der Jungsteinzeit ist C. als hartherzig bekannt. Züchter versuchen das schon seit langer Zeit zu behandeln: Es soll ein weiches Herz werden. Es gibt nur wenige Kinder, deren kulinarische Laufversuche nicht von Wild Peterling begleitet wurden. Auch die Kosmetikindustrie interessiert sich für das Gemüse. C., oder auch Beschlossene genannt, werden weltweit gegessen und auch gerne getrunken. Das Lustigste an unserem Septembergemüse ist allerdings seine Farbe: Früher war es weiß oder gelb, dann wurde ihm eine andere Farbe angezüchtet und das Ergebnis einem europäisches Königshaus gewidmet... im 16. Jahrhundert war das. Seitdem essen wir die Maidele nur sehr selten weiß und gelb, dann schon eher ganz modern violett. Und C. ist zugegebenerweise nicht der erste Buchstabe unseres gesuchten Septembergemüses in deutscher Sprache, sondern auf Englisch, Französisch, Igbo und so weiter. Auf Estnisch heißt es genauso wie hier, und auf Haiti- Kreolisch beginnt des tolle Gemüse mit K., wie im Deutschen, wo es auch manchmal mit M. beginnt, und keiner kennt den Unterschied.

 

Auflösung September:

Das gesuchte Gemüse heißt Karotte oder Mohrrübe