BÜRO

Ulrike Hilpert

Seit dem Jahre 2007 kommt man an ihr nicht vorbei, wenn man mit uns Kontakt aufnimmt. Von Beratungen am Telefon bis zum Schreiben der Angebote für unsere Veranstaltungen übernimmt Sie gern alle Aufgaben, um Sie …..



ACHTUNDSIEBZIGMAL

Im deuteschen Adel fing es an, zu Beginn des 18. Jahrhunderts, das Kinderkränzchen zum Geburtstag: Mit Kuchen und Kerzen, man begann ein neues Lebensjahr zu feiern. Später übernahm das Bürgertum und heute kommt es in allen fröhlichen Familien vor, das Geburtstatgskuchen mit Zahlen kombiniert werden. Alles klar, jeder weiß jetzt: ab heute bis Du ein Jahr älter!


Ulrikes Großvater war Konditormeister, Ulrikes Vater wurde dann leider Ingenieur, darum hat Ulrike nur sehr selten einen Geburtstagskuchen bekommen. Wenn es mal eine gab, dann war es eine mehrstöckiges Meisterwerk, mit Füllungen und Verzierungen, Sahne, Marzipanmantel und reichlich Schnödeldödel. Aber das war vielleicht fünf mal der Fall. Jetzt hat Ulrike fünf Kinder, 28, 26, 20, 18, 11 Jahre alt. Jedes Kind beokmmt jedes Jahr einen Geburtstagskuchen, jedes Kind jedes Jahr den selben: Marmorkuchen mit Schokoguss und bunten Streuseln, und dazu noch einen Hefezopf in Form einer Zahl: 

Anja Zühlke

Anja kümmert sich seit 2004 um die Wünsche unserer Gäste, schreibt Angebote und berät sie am Telefon. Außerdem ist sie für alle grafischen Arbeiten verantwortlich. 



Anja hatte eine moderne Mutter! Zum Geburtstag gab es immer Tütenkuchen, das geht schnell mit stabilem Ergebnis.

Dass sich Freizeitbäcker/innen nicht vor dem Ergebnis ihrer eigenen Courage fürchten müssen, dazu trug 1845 der Bäcker Henry Jones aus Bristol bei. Wer beim Backen das Treibmittel falsch dosierte, konnte bis dahin sicher sein, dass der Geburtstagskuchen eine Enttäuschung war. Um dem abzuhelfen, fügte er dem Mehl das Backpulver schon bei.

Dieses „self-raising flour" fand zufriedene Kunden in England und den USA. Bald schon gab es nicht nur mit Treibmitteln versetztes Mehl, sondern viele verschiedene Backmischungen: Trockenzutaten wie Mehl, Zucker und Kakao wurden fertig gemischt, und zuhause mussten nur noch Milch, Eier oder Butter zugefügt werden: Ab in den Ofen und fertig ist Ginger Cake oder Marmorkuchen – je nachdem an welcher Stelle der Welt man Tütenkuchen bäckt.

Als der Umsatz in USA stagnierte, sollten japanische Hausfrauen von den Vorzügen der Backmischungen überzeugt werden. Nur: Dort gibt es kaum Backöfen, sondern Reiskocher. Aber die speziell dafür gefertigten Backmischungen machten die japanischen Hausfrauen verrückt. Denn was tun mit dem Reis, der doch im Reiskocher bleiben musste, bis nach dem Reisfrühstück die Zeit zum Mittagessen gekommen war? So blieb der Absatz der Backmischungen gering, und japanische Geburtstagskuchen wurden sonstwo gekauft. 

Anja hatte es besser: Sie bekam von Ihrer modernen Mutter jedes Jahr einen Geburtstagskuchen: seit 1972 eine Backmischung mit Kerzen. Anja hatte eine glückliche Kindheit.

Abigail Jones-Pilz

Seit 2018 bei eßultur. Abigail kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit und erstellt Catering Angebote



Einmal gab es einen wunderschönen Geburtstagskuchen für Abigail: ein Bisquitboden zur "Acht" geformt und mit Fondant-Schmetterlingen verziert. In Kapstadt, wo sie aufgewachsen ist. Heimweh nach Kapstadt? Es ist die Erinnerung an ein anderes Lebensgefühl, überall Musik, das Licht, die Leichtigkeit, mit der Menschen leben, die deutlich ärmer sind als ihre neuen Nachbarn in Prenzlauer Berg. Und das Essen, das ist auch viel besser als in Berlin ... sagt sie. Hier gibt es keinen frischen Fisch. Und es riecht nie nach Meer. Seit acht Jahren lebt Abigail hier, oft kommt das Heimweh nicht. Abigail findet einen Weg.Wenn es mal ein Problem gibt, dann weiß sie sofort: das ist doch kein Problem! 

Kommen wir nochmal zurück zum Geburtstagskuchen: Tatsächlich war der mit den Schmetterlingen der einzige in ihrer Kindheit. Abigails Vater starb, als sie noch ein Baby war. Sie bekam glücklicherweise einen "Neuen". Der war griechisch-orthodox. Kein Problem, nur wurden dann eben keine Geburtstage mehr gefeiert, sondern Namenstage. Also: kein Geburtstagskuchen für Abigail. Namenstag konnte aber auch nicht gefeiert werden, denn es gibt keine heilige Abigail im Kalender. Abigail, der Name bedeutet: Stolz ihres Vaters. Passt, kann nicht besser sein! 

Und heute hat Abigail selbst zwei Kinder, die an ihren Geburtstagen Könige sind: Kuchen schon zum Frühstück, und den ganzen Tag über dürfen sie regieren. Und sie bekommen jedes Mal eine prächtige Torte, aus der Fertigpackung, und wunderschön verziert.